Informationen zur kommunalen Wärmeplanung
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
wie kann die Wärmeversorgung in Maisach künftig verlässlich, bezahlbar und langfristig tragfähig gestaltet werden? Mit der kommunalen Wärmeplanung entwickelt die Gemeinde eine Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung im Gemeindegebiet.
Die Karte zeigt, welche Wärmeversorgung in den verschiedenen Bereichen nach aktuellem Stand wahrscheinlich oder grundsätzlich denkbar ist: zum Beispiel individuelle Lösungen am Gebäude, mögliche Wärmenetze, bestehende Wärmenetze oder ein Prüfgebiet für die Biomethannutzung im vorhandenen Gasnetz.
Wichtig: Der Wärmeplan ist eine strategische Orientierung. Er löst keine unmittelbare Pflicht zum Heizungstausch oder Anschluss aus. Gleichzeitig garantiert er keinen Anspruch auf eine bestimmte Wärmeversorgung oder einen Wärmenetzausbau. Für konkrete Entscheidungen am Gebäude ist weiterhin eine individuelle Energieberatung oder Fachplanung erforderlich.
Informationen zu Beratungsangeboten finden Sie bei
KLIMA³.
So nutzen Sie die Karte:
- Suchen Sie Ihre Adresse über die Lupe oder zoomen Sie in die Karte.
- Klicken Sie auf die farbige Fläche Ihres Gebiets.
- Lesen Sie die kurze Einordnung rechts im Infofenster.
- Öffnen Sie bei Bedarf den Gebietssteckbrief für weitere Details.
Was bedeutet mein Gebiet?
Individuelle Wärmeversorgung / dezentrales Gebiet
In diesen Gebieten ist ein Wärmenetz nach aktuellem Stand eher nicht zu erwarten. Die Wärmeversorgung wird voraussichtlich direkt am einzelnen Gebäude gelöst, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe, Biomasse oder einer anderen erneuerbaren Lösung.
Eigentümerinnen und Eigentümer sollten sich möglichst frühzeitig beraten lassen — nicht erst, wenn die bestehende Heizung ausfällt oder kurzfristig ersetzt werden muss. Sinnvoll ist es, rechtzeitig das Heizungsalter, den Zustand des Gebäudes, mögliche Sanierungsschritte und passende Lösungen zu prüfen. So können Entscheidungen vorbereitet und spätere Schnelllösungen vermieden werden.
Mögliches Wärmenetzgebiet
In diesen Gebieten erscheint ein Wärmenetz grundsätzlich denkbar. Das bedeutet noch keine verbindliche Ausbauzusage. Ob ein Wärmenetz tatsächlich umgesetzt werden kann, wird im Nachgang zur kommunalen Wärmeplanung weiter untersucht.
Dabei spielen unter anderem Wirtschaftlichkeit, Wärmequelle, Trassenführung, Betreiberstruktur und ausreichend Anschlussinteresse eine Rolle. Wenn Sie grundsätzlich Interesse an einem möglichen Wärmenetzanschluss haben, können Sie sich an die Gemeinde Maisach wenden (Herr Jason Podt; 08141/937203; klimaschutz@maisach.de). Ihr Interesse hilft dabei, den weiteren Prüfbedarf besser einzuschätzen. Eine verbindliche Anschlusszusage ist damit nicht verbunden.
Auch in möglichen Wärmenetzgebieten ist eine frühzeitige Beratung sinnvoll. So können Eigentümerinnen und Eigentümer klären, wie lange die bestehende Heizung voraussichtlich noch betrieben werden kann, welche Übergangslösungen denkbar sind und welche Alternativen bestehen, falls ein Wärmenetz nicht oder erst später umgesetzt wird.
Biomethan-Prüfgebiet
Das Biomethan-Prüfgebiet ist eine zusätzliche Information zur Gebietseinteilung. Es kann sich mit dezentralen Gebieten oder möglichen Wärmenetzgebieten überlagern.
In diesen Bereichen wird geprüft, ob künftig Biomethan über das bestehende Gasnetz eine Rolle spielen kann. Hintergrund ist eine geplante Biomüllvergärungsanlage. Eine Versorgung mit Biomethan ist dadurch noch nicht zugesagt.
Eigentümerinnen und Eigentümer sollten deshalb weiterhin auch individuelle Lösungen prüfen und sich frühzeitig beraten lassen.
Was zeigen die Kartendetails?
Gebietseinteilung Wärmeplan
Die Gebietseinteilung ist die wichtigste Information der Karte. Sie zeigt, welche Wärmeversorgung in einem Bereich nach aktuellem Stand wahrscheinlich oder grundsätzlich denkbar ist: individuelle Wärmeversorgung, ein mögliches Wärmenetz, ein bestehendes Wärmenetz oder ein Biomethan-Prüfgebiet.
Die Gebietsgrenzen sind nicht als gebäudescharfe Festlegung zu verstehen. Sie dienen der räumlichen Orientierung im Wärmeplan. Gerade an Gebietsgrenzen kann die tatsächliche Einordnung einzelner Gebäude von der dargestellten Fläche abweichen oder im weiteren Verlauf genauer geprüft werden.
Die Einteilung ist keine verbindliche Ausbauzusage und ersetzt keine Entscheidung für ein einzelnes Gebäude.
Wärmebedarf entlang der Straße
Dieser Kartenlayer zeigt die sogenannte Wärmeliniendichte. Sie beschreibt vereinfacht, wie viel Wärme entlang eines Straßenabschnitts benötigt wird.
Hohe Werte können ein Hinweis darauf sein, dass ein Wärmenetz technisch und wirtschaftlich eher geprüft werden sollte. Niedrige Werte sprechen eher für individuelle Lösungen am einzelnen Gebäude.
Die Wärmeliniendichte ist ein Orientierungswert. Sie ersetzt keine spätere Detailplanung und muss bei möglichen Wärmenetzprojekten genauer untersucht werden.
Potenziale für Wärmepumpen
Die Potenzialkarten zeigen, ob Wärmequellen wie Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden oder Grundwasser grundsätzlich in Frage kommen. Diese Wärmequellen werden in der Regel mit einer Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser nutzbar gemacht.
Die Einteilung basiert auf Standortinformationen, die unter anderem Gewässer, Wasserschutzgebiete sowie geologische, hydrogeologische und wasserwirtschaftliche Einschränkungen berücksichtigen.
„Grundsätzlich möglich“ heißt: Die Nutzung kann nach den vorliegenden Daten in Betracht kommen, muss aber im Einzelfall geprüft werden.
„Ausschlussgebiet“ heißt: Die Nutzung ist nach den verwendeten Datengrundlagen voraussichtlich nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.
Die Karten ersetzen keine Prüfung am konkreten Grundstück, keine Genehmigung und keine Fachplanung.
Wie geht es weiter?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein erster strategischer Schritt. Auf dieser Grundlage prüft die Gemeinde im Nachgang, welche Maßnahmen weiterverfolgt werden können.
Dazu gehören insbesondere die vertiefte Untersuchung möglicher Wärmenetzgebiete, die Prüfung geeigneter Wärmequellen und Trassen, Gespräche mit möglichen Betreibern sowie die Klärung von Wirtschaftlichkeit, Umsetzungsschritten und Zeiträumen.
Wenn Sie in einem möglichen Wärmenetzgebiet wohnen oder ein Gebäude besitzen und grundsätzlich Interesse an einem Wärmenetzanschluss haben, können Sie sich an die Gemeinde Maisach wenden. Ihr Interesse hilft dabei, den weiteren Prüfbedarf besser einzuschätzen. Eine verbindliche Anschlusszusage ist damit nicht verbunden.
Häufige Fragen
Muss ich jetzt meine Heizung tauschen?Nein. Aus dem Wärmeplan allein entsteht keine unmittelbare Pflicht zum Heizungstausch.
Warum sollte ich mich frühzeitig beraten lassen?Eine frühzeitige Beratung hilft, die eigene Wärmeversorgung ohne Zeitdruck zu planen. So können Heizungsalter, Gebäudezustand, Sanierungsmöglichkeiten, Förderfragen und passende technische Lösungen rechtzeitig geprüft werden — bevor ein akuter Heizungstausch notwendig wird. Informationen zu Beratungsangeboten finden Sie bei
KLIMA³.
Bekomme ich sicher ein Wärmenetz, wenn mein Gebiet entsprechend markiert ist?Nein. Die Markierung zeigt, dass ein Wärmenetz grundsätzlich denkbar ist. Die Umsetzung muss weiter geprüft werden.
Was mache ich, wenn mein Gebiet dezentral eingestuft ist?Warten Sie nicht erst bis zum Heizungsausfall. Lassen Sie rechtzeitig prüfen, welche Lösungen zu Ihrem Gebäude passen und ob vorbereitende Schritte sinnvoll sind, zum Beispiel Sanierung, Heizkörperprüfung oder die Bewertung möglicher Wärmequellen.
Welche Heizung passt zu meinem Gebäude?Das zeigt die Karte nicht abschließend. Entscheidend sind Gebäudezustand, Heizungsalter, Wärmebedarf, Grundstück, Kosten und Genehmigungsfragen.